Einkommensrunde 2025 / 2026 mit der TdL – Kein ausreichendes Angebot und kaum Fortschritte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
auch im zweiten Verhandlungstermin der Einkommensrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) am 15. / 16. Januar 2026 in Potsdam hat die Arbeitgeberseite blockiert. Die TdL hat nach wie vor kein ausreichendes, verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Die Entgeltforderungen wurden als deutlich zu hoch zurückgewiesen und eine Laufzeit von zwölf Monaten als deutlich zu kurz bezeichnet. Die Arbeitgeberseite hat, ohne konkrete Zahlen zu nennen, Erhöhungen von knapp über der Inflationsrate bei einer Laufzeit von 29 Monaten in den Raum gestellt, wobei es für das Jahr 2025 Nullmonate geben soll. Damit würden wir deutlich hinter dem TVöD-Ergebnis zurückbleiben. Die Notwendigkeit der geforderten Erhöhung von Zulagen und Zuschlägen wurde angezweifelt. Lediglich bei Wechselschicht- und Schichtzulagen könnte sich die Arbeitgeberseite Bewegung vorstellen, wobei es keine höheren Zulagen für den Gesundheitsbereich mehr geben soll. Auch hier würden wir aber deutlich hinter dem TVöD und unseren Forderungen zurückbleiben. Die Umsetzung der stufen-gleichen Höhergruppierung, der Einstieg in eine Novellierung der Entgeltordnung und die Einführung der vollständigen Paralleltabelle für Lehrkräfte werden von der TdL streitig gestellt und sollen vor der nächsten Verhandlungsrunde in einer Arbeitsgruppe weiter besprochen werden. Die längst überfällige Angleichung der Arbeitsbedingungen im Tarifgebiet Ost an das Tarifgebiet West wird abgelehnt, ebenso wie eine Mitgliedervorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder und die Einführung eines Sonderkündigungsrechts für den Sozial- und Erziehungsdienst.

Auch für die dringend benötigten Nachwuchskräfte sind wir in den Verhandlungen bisher kaum weitergekommen. Eine Verbesserung der bisherigen Übernahmeregelung lehnen die Arbeitgeber ab, ebenso eine Übernahme in Stufe 2 und die Einführung eines Mobilitätszuschusses. Die Arbeitsbedingungen für praxisintegriert dual Studierende sollen nach wie vor nicht tarifiert werden. Auch für studentische Beschäftigte soll es keinen Tarifvertrag geben.

2te Verhandlungsrunde in Potsdam
Foto: Friedhelm Windmüller

Gemeinsam auf die Straße!

Diese Verweigerungshaltung der Arbeitgeber ist ein Weckruf und macht deutlich, dass wir jetzt alle gemeinsam aktiv werden müssen, um für unsere berechtigten Forderungen einzustehen. Der dbb wird daher bundesweit Warnstreiks und Demonstrationen durchführen. Wir fordern alle Mitglieder unserer Fachgewerkschaften auf, sich an den Aktionen des dbb zu beteiligen. Die Warnstreikfreigabe für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Länder der TdL wird noch heute an die Streikleiterinnen und Streikleiter übersandt, Informationen zu einzelnen Aktionen sind auf der Sonderseite des dbb zur Einkommensrunde zu finden.

Auch die Beamtinnen und Beamten von Ländern und Kommunen rufen wir auf, sich in ihrer Freizeit an den Aktionen zu beteiligen, ebenso die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Nur gemeinsam können wir erfolgreich sein und die Blockadehaltung der TdL überwinden.

vdla gewerkschaft vor Ort bei der 2ten Verhandlungsrunde in Potsdam
Foto: Friedhelm Windmüller

Wie geht es weiter?

Die Tarifverhandlungen werden vom 11. bis 13. Februar 2026 in Potsdam fortgesetzt. Alle weiteren Informationen zur Einkommensrunde sind auf der Sonderseite des dbb zur Einkommensrunde 2025 / 2026 unter www.dbb.de/einkommensrunde abrufbar.

Hier geht es zum Flugblatt „Macht die TdL so weiter, fährt sie die Verhandlungen vor die Wand!“

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